Koffer verloren – was tun?

Den stressigsten Teil einer Urlaubsreise stellt der Transport des Gepäcks dar. Ist der Koffer sicher im Laderaum verstaut und das Handgepäck befindet sich zwischen den Beinen oder im Gepäckfach, kann es endlich losgehen. Wenn auf dem Weg zum Zielort der Reisekoffer verloren geht, ist das Drama groß. Was können Betroffene tun und welche Rechte haben sie?

Gepäckverlust bei Zug- oder Busfahrt

Wer bei der Zugfahrt seinen Koffer verliert, sollte so schnell wie möglich die Deutsche Bahn benachrichtigen. Die Verlustmeldung kann auch online aufgegeben werden. Die Chancen stehen gut, auf diese Weise das verschwundene Gepäckstück zurückzubekommen.

In der Regel haftet die Bahn nur für Gepäck, das aufgegeben und von ihr verschickt wurde. Geht der Reisekoffer verloren oder kommt verspätet an, erstattet die Deutsche Bahn einen Betrag von maximal 1.350 Euro pro Gepäckstück (Stand August 2016). Bei selbst mitgeführten Koffern haben Reisende im Schadensfall ein direktes Verschulden der Bahn nachzuweisen. Bei Fernbusreisen werden größere Koffer oder Taschen im Laderaum transportiert. Das Busunternehmen haftet nur bei Beschädigung oder Verlust dieser Gepäckstücke. Die Höhe der Entschädigung liegt bei 1.200 Euro (Stand August 2016). Die Verantwortung für das Handgepäck tragen die Fahrgäste selbst.

Kofferverlust bei Flugreisen

Die meisten Koffer, die bei einer Flugreise verloren gehen, tauchen innerhalb von wenigen Tagen wieder auf. Trotzdem ist es für Betroffene sehr ärgerlich, am Urlaubsort ohne Gepäck dazustehen. Was sollten Fluggäste in diesem Fall unternehmen?

Was tun, wenn der Koffer nicht auf dem Gepäckband liegt?

Wenn ein Gepäckstück nicht ankommt, sollte man sich sofort an den Gepäckschalter (Lost and Found) des Flughafens sowie an die entsprechende Fluggesellschaft wenden. Für die Schadensmeldung müssen die Reisenden ein Verlustprotokoll ausfüllen. Das ist wichtig für spätere Schadensersatzansprüche. Die Passagiere sollten sich unbedingt eine Kopie der Verlustmeldung aushändigen lassen. Zusätzlich muss das Flugticket mit dem eingeklebten Gepäckabschnitt aufbewahrt werden.

Entschädigung bei Gepäckverlust

Bei verspätet eintreffendem Gepäck kommt die Airline im Prinzip für alle notwendigen Dinge auf, die der Passagier aufgrund der Verzögerung am Urlaubsort kaufen muss. Die Höhe der Erstattung hängt jedoch von der Fluggesellschaft und der gebuchten Klasse ab. Deshalb ist es empfehlenswert, sich vorher genau zu erkundigen. Auf jeden Fall sollten Kunden die Kaufbelege aufbewahren, um sie später vorzeigen zu können. Taucht der verschwundene Koffer wieder auf, wird er in der Regel direkt an die angegebene Urlaubsadresse geliefert. Wenn das Gepäck nach 100 Tagen noch nicht angekommen ist, gilt es als endgültig verschollen. In diesem Fall steht jedem betroffenen Passagier eine Entschädigung von maximal 1.300 Euro zu.

Welche Besonderheiten gelten für Pauschalreisen?

Bei Pauschalreisen haben Passagiere das gleiche Recht auf Entschädigung wie Individualreisende, wenn das Gepäck verspätet ankommt oder verloren geht. Die Ansprüche gegenüber der Fluggesellschaft werden über den Reiseveranstalter abgewickelt. Zusätzlich kann der Preis der Pauschalreise gemindert werden. Nach Angaben von Verbraucherschützern ist eine Minderung von 25 Prozent des Tagespreises für jeden Tag gerechtfertigt, an dem das eigene Reisegepäck nicht genutzt werden kann.

Was lässt sich gegen Gepäckverlust tun?

Wer sich gegen einen Verlust des Reisegepäcks absichern möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Neben der klassischen Reisegepäckversicherung erstattet in vielen Fällen auch die Hausratsversicherung den Kofferverlust. Dazu lohnt sich der Blick in die Versicherungsbedingungen. Bei manchen Kreditkarten ist ebenfalls eine Versicherung für Reisegepäck eingeschlossen.

Nach Ansicht vieler Experten ist eine Reisegepäckversicherung in den meisten Fällen überflüssig. Die Fluggesellschaft, die Deutsche Bahn oder das Reisebusunternehmen haftet ohnehin für aufgegebenes Gepäck bis zu den oben angegebenen Höchstgrenzen. Eine zusätzliche Versicherung lohnt sich nur dann, wenn der Zeitwert des Gepäcks deutlich über dieser Grenze liegt.

Was gilt es noch zu beachten?

1. Reisende sollten keine unersetzlichen Gegenstände im Koffer aufgeben. Dokumente, wichtige Papiere, Kamera oder Laptop gehören in das Handgepäck.

2. Es ist empfehlenswert, vor der Reise ein Foto des Kofferinhalts zu machen. Dadurch lässt sich bei einem Gepäckverlust der Schaden genau dokumentieren.

3. Zusätzlich zum Kofferanhänger sollten Fluggäste einen Zettel mit allen wichtigen Daten (Name, Telefonnummer, Adresse im Urlaub und zu Hause) gut sichtbar in den Koffer legen. Wenn der Anhänger beim Transport abreißt, kann die Airline das Gepäckstück öffnen und den Inhaber ausfindig machen.

Konnte der Artikel dir weiterhelfen? Dann freuen wir uns, wenn du ihn kommentierst, teilst oder auf deinem eigenen Blog verlinkst 🙂

{ 0 comments… add one now }

Leave a Comment

Previous post:

Next post: